Chille EN KÖLLE

Kölsch für Weltbürger- Mundart mal anders

Das Mundart-Programm 2022


Nur im Glas ist Kölsch kühl. Bei der Trompeterin und
Sängerin Susanne Riemer klingt es warm, heimelig,
gemütlich. Sie gibt poppigen Harmonien und südamerikanischen
Rhythmen, Stevie Wonder und Nina Simone
eine Heimat im Rheinland. Aus „Isn‘t she lovely“ wird
„Ös er nit doll“, „My Baby just cares for me“ heißt jetzt
„Meh Leevje“. Und wären Burt Bacharachs Vorfahren
(und er selbst natürlich) in dem gleichnamigen kleinen
Ort am Rhein geblieben, hieße einer seiner berühmtesten Hits wohl „Räändröppche dröppe op meh Köppche“. Ob als Kurzauftritt von 25-60 Minuten oder als abendfüllendes Konzert, mit charmanten Moderationen geleitet das Duo schlagfertig, witzig und niveauvoll durch den Auftritt.

 

Susanne ergänzt das abendfüllende Programm mit eigenen kölschen Songs wie zum Beispiel „Schuh-Blues“ , „Et is ad widder uselich“, „E kleen Leedche vum Jlöck“ oder natürlich „Chille en Kölle“. So fügt sich das ganze Programm zu einer sehr persönlichen Mixtur aus Soul, Bossa Nova und Pop, deren jazzige Herkunft hier und da elegant aufblitzt.

 

 


 

Seit 2018 schreibe ich einige Stücke auf Mundart, genauer gesagt auf Badorfer Platt: An einem regnerischen kalten Tag im April 2018 saß ich am Klavier, schaute in den triefnassen Garten und dachte, dass ich eigentlich dringend anfangen sollte, das Unkraut in Schach zu halten und mal zu gucken, was alles schon so austreibt. Aber es war einfach zu uselich, wie man bei uns sagt.  

Et is ad widder uselich und das Stück nahm seinen Lauf, ich sah mich auf einmal in dem  großen Garten meiner Tanti, meiner Tagesmutter aus Badorf,  bei der ich die meisten Vormittage bis zu meiner Einschulung verbrachte und das Platt schlich sich automatisch in den Text.

Bei meiner Tanti hörte und lernte ich auch das Badorfer Platt, und ich liebe bis heute den gesanglichen und charmanten Klang dieser Färbung des Ripuarischen, der oft deutlich anders ist als das Kölsche, das natürlich selbst auch in unzähligen Facetten daher kommt.

 

Als ich merkte, dass ich ganz anders komponiere, wenn der Text auf Mundart entsteht, habe ich mich bewusst mit vielen für  mich komplexeren Themen auf platt auseinandergesetzt, da sie dadurch textlich und kompositorisch eine gewisse Leichtigkeit bekommen.

 So sind Lieder über das Älterwerden, über den meckernden Gasmann,  über das alltägliche Glück und über mein lustiges Berufsleben als Jazztrompeterin entstanden.

 

 

 

Bossa Nova op kölsch 

 

Susanne Riemer spielt und singt neue kölsche Töne

 

Nur im Glas ist Kölsch kühl. Bei der Trompeterin und Sängerin Susanne Riemer klingt es warm, heimelig, gemütlich. Sie gibt popigen Harmonien und südamerikanischen Rhythmen, Stevie Wonder und Nina Simone eine Heimat im Rheinland. Aus „Isn‘t she lovely″ wird „Ös er nit doll“, „My Baby just cares for me“ heißt jetzt „Meh Leevje". Und wären Burt Bacharachs Vorfahren (und er selbst natürlich) in dem gleichnamigen kleinen Ort am Rhein geblieben, hieße einer seiner berühmtesten Hits wohl „Räändröppche dröppe op meh Köppche".

 

Riemer ergänzt das abendfüllende Programm mit eigenen kölschen Songs wie zum Beispiel „Wenn der Jasmann enmol klingelt" oder „Wat es Jlöck?" So fügt sich das ganze Programm zu „Leedche övver de fünef Sinn", zu einer sehr persönlichen Mixtur aus Soul, Bossa Nova und Pop, deren jazzige Herkunft hier und da elegant aufblitzt.

 

Für die enorme Geschmeidigkeit des „Chille in Kölle"-Programms sorgt auch der Duo-Partner Wilhelm Geschwind, der nicht nur eine meisterliche Oneman-Rhythmus-„Gruppe“ ist (Gitarre mit tiefer gestimmten Bass-Saiten, Fusspercussion). Der klassisch ausgebildete Musiker legt souverän das Fundament, auf dem Riemers Stimme und Trompetenspiel brilliert.

 

„Chille in Kölle“: das ist Kölsch für Weltbürger!

 

 Axel Grundhöfer

 

 

Alle Aufnahmen sind  von Klaus Genuit im Hansahaus Studio in Bonn aufgenommen, live und ohne Overdubs.