DUO  Susanne Riemer  -  Wilhelm  Geschwind

 

Wer in der Musik das Schubladendenken liebt, der wird bei Susanne Riemer und Wilhelm Geschwind den Schreiner aufsuchen müssen. Das fängt schon bei dem Begriff „Duo“ an.

 

 

Auf der Bühne musizieren zwar nur zwei Musiker, aber eine Kongruenz zwischen dem, was man sieht, und dem, was man hört, will sich beim Zuhören nicht so einfach einstellen.

 

Zuweilen klingt es eher so, als seien mindestens vier Leute auf der Bühne. Susanne Riemer, Deutschlands einzige professionelle Jazztrompeterin, spielt nicht nur wunderbar Trompete, sondern verfügt auch über ein breites Gesangsspektrum und bedient darüber hinaus ein großes Arsenal an Perkussionsinstrumenten. Wilhelm Geschwind, der sich als exzellenter Studiomusiker und Begleiter großer Stars einen Namen gemacht hat, scheint eine Gitarre und einen Bass gleichzeitig zu bedienen und bildet dazu noch mit den Füßen seine eigene Rhythmusgruppe.

 

Gemeinsam haben die beiden Musiker nach Jahren im Jazz-, Pop- und Rockgeschäft zu einer neuen musikalischen Form gefunden, die jenseits aller „Fusion“-Experimente und neuarrangierten Standards geradezu streng und von klassischer Komplexität erscheint und die dabei dennoch oder gerade deshalb virtuose Leichtigkeit atmet, einen Groove zum Mitwippen besitzt und einen

geradezu perlenden und frischen Sound bietet. Die Stücke aus der Feder von Susanne Riemer werden von Wilhelm Geschwind liebevoll arrangiert und wirken bis in die feinsten Strukturen ausgeklügelt.

 

Die musikalische Idee, die dabei hinter allem steht, ist so stark, dass sie auch scheinbar heterogene Elemente einzuschmelzen in der Lage ist. Selbst die zuweilen kuriosen Liedtexte von Susanne Riemer, die von so unmusikalischen Dingen wie der Zunahme von Allergien, der Leidenschaft für schöne Schuhe oder Begebenheiten in einer Damensauna handeln, driften bei aller aufkommenden Heiterkeit keineswegs ab ins Kabarettistische, sondern werden ebenso wie einige melancholische Gedichte Norbert Scheuers unabdingbarer Bestandteil dieser musikalischen Form. Das ist ungewöhnlich, das ist neu und fordert die Hörer immer wieder heraus, genau hinzuhören und unter der melodiös-einschmeichelnden Oberfläche, die mal vom anmutig lyrischen, mal vom rauchigen Flügelhornspiel Riemers, mal von einem virtuosen Gitarrensolo Geschwinds getragen wird, eine ungeahnte musikalische Tiefe zu entdecken.

Besonders bei ihren Liveauftritten sprühen die beiden vor Ideenreichtum und großer Spielfreude, die sich rasch auf das Publikum überträgt und die das Zuhören zu einem wahren Hörerlebnis werden lässt. 

 

Im Frühjahr 2019 spielen sie für die Philharmonie Köln die Veedels-Kinderkonzerte: Ein Programm über das Wetter-

auch hier sind eine Vielzahl der Stücke Eigenkompositionen.

 

Dabei sind dann auch Eckhard Rademacher, Piano und Johannes Zink, Gitarre .

 

 

 

Wilhelm Geschwind spielt der Jazz stets eine wichtige Rolle und prägt den künstlerischen Werdegang des Gitarristen und Bassisten.

studierte Klassische Gitarre an der Musikhochschule Köln. Obzwar man ihm dort bescheinigt, das "Diplom der künstlerischen Reife" "Mit Auszeichnung" erlangt zu haben, beendet er subito allegramente seine Karriere als klassischer Gitarrist.

In den folgenden Jahren wendet er sich vorwiegend einer alten Liebe, dem Bass, zu und avanciert zu einem vielbeschäftigten Musiker in bekannten Bands, als Studiomusiker und Begleiter von großen und nicht ganz so großen Stars, bei Live-Auftritten und im Fernsehen.

Neben der Pop- und Rockmusik

Heute hat Geschwind eine unverwechselbare musikalische Stimme gefunden, melodisch und rhythmisch virtuos, auf einem eigens für ihn entwickelten Instrument - dem "Piccolo Double Bass" des Instrumentenbaumeisters Siggi Jäger.

 

Norbert Scheuer stand mit dem in der FAZ vorabgedruckten Roman "Überm Rauschen"auf der sechs Titel umfassenden Shortlist zum Deutschen Buchpreis.[1] 2015 stand sein Roman "Die Sprache der Vögel" auf der Shortlist für den Preis der Leipziger Buchmesse. er erhielt den 3 Sat Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb und unter anderem den Düsseldorfer und rheinischen Literaturpreis.